Unsere Praxis – unser Gruppenansatz
Jede Psychotherapie ist so individuell wie der Mensch, der sie in Anspruch nimmt. Deshalb orientieren wir die Behandlung an Ihrem persönlichen Anliegen, Ihren Zielen, Ihren bisherigen Erfahrungen und den Stärken und Möglichkeiten, die Sie mitbringen.
Schematherapeutische, klärungs- und werteorientierte Gruppentherapie
Grundlage unserer therapeutischen Arbeit ist die Verhaltenstherapie. Sie gehört zu den wissenschaftlich nachweislich wirksamen Psychotherapieverfahren.
Hierfür habe ich ein Gruppentherapiekonzept entwickelt, das ich ständig weiterentwickle und neuen Erkenntnissen anpasse. Ich gebe dieses Konzept auch in meiner Lehrpraxis weiter.
Wir nutzen schematherapeutische und klärungsorientierte Ansätze und verbinden diese in unserem Gruppenkonzept. Auch achtsamkeitsbasierte Übungen, Aktivierung von persönlichen Werten, Hypnotherapeutische Methoden und Ego-State-Therapie, Wise-Mind-Übungen aus der dialektisch behavioralen Therapie (DBT) sowie zur Bewältigung von Traumata und Belastungen auch EMDR und EMI sind Teil unseres Konzeptes. Sie finden unten auf dieser Seite mehr zu diesen Methoden und Techniken.
Gemeinsam entwickeln wir ein Verständnis dafür, was Sie brauchen und wollen, welche Stärken in Ihnen liegen und an welchen Stellen Veränderung möglich ist.
Verstehen, erproben und verändern
Psychotherapie bedeutet für uns nicht nur, über Schwierigkeiten zu sprechen. Neue, gewünschte Erfahrungen und Erlebnisse sollen schon im therapeutischen Prozess möglich werden.
Je nach Anliegen kann es darum gehen, eigene Bedürfnisse und Gefühle besser wahrzunehmen, wiederkehrende Muster zu erkennen, neue Perspektiven einzunehmen oder andere Formen des Umgangs mit sich selbst und anderen auszuprobieren.
Immer geht es auch darum, innere Kraftquellen, eigene Lösungen und die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
Dabei ist uns wichtig, vorhandene Fähigkeiten und Ressourcen ebenso in den Blick zu nehmen wie Schwierigkeiten und Belastungen.
Psychotherapie: Gruppentherapie und Einzeltherapie
Psychotherapie kann im in der Gruppe, in Kombination aus Gruppe mit Einzelgesprächen und als Einzeltherapie stattfinden.
Der Kern der Behandlung ist in der Regel die Therapie in Ihrer Basisgruppe. Ergänzt werden kann diese durch den Besuch von speziellen Minigruppen mit Themen, die in Ihrem Behandlungsplan sinnvoll sind. Bei Indikation und Kapazität werden auch Einzelgespräche durchgeführt. Eine Gruppentherapie kann sich z.B. auch an eine Akutbehandlung (12 Einzelsitzungen) anschließen. Es gibt vielfältige Kombinationsmöglichkeiten.
Wir haben aus Überzeugung und wegen unserer positiven Erfahrung seit einigen Jahren einen Gruppentherapie-Schwerpunkt.
Unsere Konzept entwickeln wir ständig weiter.
Gerade in der Gruppentherapie können zwischenmenschliche Erfahrungen unmittelbar sichtbar und für Veränderungsprozesse genutzt werden. Rückmeldungen, unterschiedliche Perspektiven und das gemeinsame Erproben neuer Verhaltensweisen eröffnen Möglichkeiten, die im Einzelgespräch so nicht entstehen können. Viele Übungen können nur in der Gruppe durchgeführt werden. Für manche Indikationen oder Themen sind Einzelgespräche zusätzlich oder in manchen Fällen eine reine Einzeltherapie indiziert.
Welches Setting geeignet ist, richtet sich nach dem jeweiligen Anliegen, der therapeutischen Indikation und der persönlichen Situation. Da wir überwiegend Gruppenplätze haben und hierüber viele Menschen erreichen können, ist die Wartezeit auf einen reinen Einzeltherapieplatz leider oft mehrere Jahre. Ausgenommen davon sind Akutplätze für dringende Fälle und zeitnahe Behandlungen im Rahmen des SGB XIV.
Therapeutische Methoden und Techniken
Unsere therapeutische Arbeit basiert auf wissenschaftlich fundierter Verhaltenstherapie und wird je nach individuellen Zielen und Bedürfnissen durch unterschiedliche therapeutische Ansätze, Methoden und erlebnisorientierte Techniken ergänzt.
Hier finden Sie kurze Erläuterungen zu einigen der Methoden und Begriffe, die Ihnen auf unserer Website begegnen.
Therapeutische Ansätze
Verhaltenstherapie
Die Verhaltenstherapie bildet die wissenschaftlich fundierte Grundlage unserer psychotherapeutischen Arbeit. Gemeinsam betrachten wir, wie Gedanken, Gefühle, Verhaltensweisen, körperliche Reaktionen und Erfahrungen miteinander zusammenhängen und welche Muster aktuelle Schwierigkeiten aufrechterhalten. Daraus werden individuelle Veränderungsmöglichkeiten entwickelt und praktisch erprobt.
Schematherapie und Modusarbeit
Die Schematherapie erweitert die Verhaltenstherapie um ein besonderes Verständnis wiederkehrender emotionaler und zwischenmenschlicher Muster.
Dabei betrachten wir unterschiedliche innere Zustände oder „Modi“ – beispielsweise verletzliche oder ärgerliche Seiten, starke innere Kritiker und Antreiber oder Bewältigungsweisen wie Vermeidung, Unterwerfung und Überkompensation.
Ziel ist es unter anderem, belastende Muster zu verändern, Bedürfnisse besser wahrzunehmen und einen stabilen, fürsorglichen und handlungsfähigen „gesunden Erwachsenenmodus“ zu stärken. Gleichzeitig geht es darum, positive, neugierige, spontane und lebensfrohe Seiten – in der Schematherapie häufig als „glückliches Kind“ bezeichnet – wieder stärker zugänglich zu machen.
Klärungsorientierte Psychotherapie
Klärungsorientierte Psychotherapie unterstützt dabei, eigene Bedürfnisse, Motive und wiederkehrende Beziehungsmuster besser zu verstehen.
Dabei geht es nicht nur darum, was jemand tut oder fühlt, sondern auch darum, welche biografisch entstandenen inneren Annahmen und Bedürfnisse dahinterstehen. Dieses Verständnis kann eine wichtige Grundlage dafür sein, eingefahrene Muster gezielt zu verändern.
ACT-Elemente
Elemente der Acceptance and Commitment Therapy (ACT) können dabei helfen, einen flexibleren Umgang mit schwierigen Gedanken und Gefühlen zu entwickeln.
Nicht jeder unangenehme Gedanke und jedes belastende Gefühl muss beseitigt werden, bevor Veränderung möglich wird. Wichtige Themen sind unter anderem Akzeptanz, Achtsamkeit, Abstand zu belastenden Gedanken, persönliche Werte und die Frage, wie das eigene Handeln zunehmend an diesen Werten ausgerichtet werden kann.
Ego-State-orientierte Arbeit
Ego-State-orientierte Arbeit geht davon aus, dass Menschen unterschiedliche innere Zustände oder „Anteile“ erleben können, die mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Gefühlen und Erfahrungen verbunden sind.
In der Therapie können solche inneren Seiten besser wahrgenommen und verstanden werden. Ziel ist ein konstruktiverer Umgang mit ihnen und eine bessere innere Zusammenarbeit.
EMDR und traumatherapeutische Methoden
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist eine wissenschaftlich untersuchte psychotherapeutische Methode zur Verarbeitung belastender und traumatischer Erfahrungen.
Dabei werden belastende Erinnerungen innerhalb eines strukturierten therapeutischen Vorgehens aktiviert und gleichzeitig bilaterale Stimulationen – häufig Augenbewegungen – eingesetzt.
Traumatherapeutische Arbeit wird immer individuell geplant. Neben EMDR können je nach Situation beispielsweise stabilisierende, imaginative, Ego-State-orientierte oder andere verhaltenstherapeutische Methoden eingesetzt werden.
Hypnotherapeutische Elemente
Hypnotherapeutische Methoden nutzen unter anderem fokussierte Aufmerksamkeit, innere Bilder und vorhandene persönliche Ressourcen.
Einzelne hypnotherapeutische Elemente können in die Verhaltenstherapie integriert werden, beispielsweise um hilfreiche innere Erfahrungen zugänglicher zu machen oder Ressourcen zu aktivieren.
Erlebnisorientierte Methoden & Übungen
Stuhlarbeit / Stuhltechniken
Stuhltechniken werden insbesondere in der Schematherapie eingesetzt, um unterschiedliche innere Seiten und Konflikte unmittelbar erfahrbar zu machen.
Verschiedene Stühle können beispielsweise für einen inneren Kritiker, eine verletzliche Seite oder den gesunden Erwachsenen stehen. Durch den Wechsel der Perspektiven können Gefühle und Bedürfnisse klarer wahrgenommen und neue innere Antworten entwickelt und erprobt werden.
Imaginationen
Imaginationen arbeiten gezielt mit inneren Bildern und Vorstellungen.
Sie können beispielsweise dazu genutzt werden, Ressourcen zu aktivieren, schwierige Erfahrungen therapeutisch zu bearbeiten, Bedürfnisse deutlicher wahrzunehmen oder neue und korrigierende emotionale Erfahrungen zu ermöglichen.
Kreative und erlebnisorientierte Techniken
Psychotherapie findet bei uns nicht ausschließlich im Gespräch statt.
Je nach therapeutischem Ziel arbeiten wir beispielsweise mit Skulpturen, Visualisierungen, kreativen Materialien, Gegenständen, Rollenspielen und praktischen Übungen. Dadurch können innere Prozesse häufig anders erfahrbar werden als durch Sprache allein.
Das „glückliche Kind“ stärken
In der Schematherapie bezeichnet der Modus des „glücklichen Kindes“ die Seite eines Menschen, die Freude, Neugier, Spontaneität, Verbundenheit und erfüllte Bedürfnisse erleben kann.
Deshalb darf Psychotherapie auch spielerisch sein. Wir arbeiten beispielsweise mit kleinen Spielen, kreativen Übungen oder positiven Sinneserfahrungen.
Auch persönliche Gegenstände können ihren Platz finden. Teilnehmer*innen dürfen nach Absprache beispielsweise Dinge mitbringen, die Freude, Sicherheit, Neugier oder positive Erinnerungen aktivieren – von einem Spielzeug bis zu Seifenblasen oder Brause.
Ressourcenaktivierung
Psychotherapie beschäftigt sich nicht nur mit Problemen und Symptomen.
Ressourcenaktivierung bedeutet, vorhandene Fähigkeiten, hilfreiche Erfahrungen, Beziehungen, Interessen und persönliche Stärken bewusst wahrzunehmen und für Veränderungsprozesse nutzbar zu machen.
Trostbox / Ressourcenbox
Eine Trost- oder Ressourcenbox kann individuell mit Dingen gefüllt werden, die in belastenden Situationen helfen können.
Das können beispielsweise Erinnerungen, Bilder, hilfreiche Sätze, Gegenstände, Sinnesreize oder konkrete Strategien sein. Ziel ist es, hilfreiche Möglichkeiten nicht nur theoretisch zu kennen, sondern sie im entscheidenden Moment leichter verfügbar zu haben.
Fertigkeiten & Veränderungsstrategien
Achtsamkeit
Achtsamkeit bedeutet, gegenwärtige Erfahrungen bewusst wahrzunehmen, ohne unmittelbar auf jeden Gedanken, jedes Gefühl oder jeden inneren Impuls reagieren zu müssen.
Achtsamkeitsübungen können helfen, eigene Reaktionen früher wahrzunehmen und einen flexibleren Umgang mit Gedanken, Gefühlen und körperlichen Empfindungen zu entwickeln.
Emotionale Kompetenzen und Skills
Der Umgang mit intensiven Gefühlen kann gezielt gelernt und geübt werden.
Dazu gehören beispielsweise Gefühle wahrzunehmen und einzuordnen, ihre Funktion zu verstehen, starke Anspannung zu regulieren und hilfreiche Strategien für schwierige Situationen aufzubauen.
Hier fließen bei Bedarf auch Elemente aus der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) ein.
Exposition / Konfrontationsverfahren
Expositionsverfahren gehören zu den besonders gut untersuchten verhaltenstherapeutischen Methoden, insbesondere bei Angst- und Zwangsstörungen.
Dabei erfolgt eine therapeutisch geplante Auseinandersetzung mit bislang vermiedenen Situationen, Gedanken, Erinnerungen oder anderen Auslösern. Ziel ist nicht, Angst einfach „auszuhalten“, sondern neue Erfahrungen zu ermöglichen und bisherige Angst- und Vermeidungsmuster zu verändern.
Aktivitätenaufbau
Bei Depressionen, Erschöpfung oder längerem Rückzug gehen häufig positive und stärkende Aktivitäten verloren.
Beim Aktivitätenaufbau werden hilfreiche, sinnstiftende oder angenehme Aktivitäten schrittweise wieder in den Alltag integriert. Dabei geht es nicht um bloße Beschäftigung, sondern darum, wieder Erfahrungen von Aktivität, positiver Verstärkung, Selbstwirksamkeit und Lebensqualität zu ermöglichen.
Selbstfürsorge
Selbstfürsorge bedeutet, eigene Bedürfnisse und Belastungsgrenzen wahrzunehmen und verantwortungsvoll mit den eigenen körperlichen und psychischen Ressourcen umzugehen.
Dazu kann gehören, Grenzen zu setzen, Erholung zuzulassen, Unterstützung anzunehmen und einen angemessenen Ausgleich zwischen Anforderungen und eigenen Bedürfnissen zu entwickeln.
Selbstakzeptanz
Selbstakzeptanz bedeutet nicht, alles an sich gut finden oder unveränderlich hinnehmen zu müssen.
Vielmehr geht es darum, sich selbst mit Stärken, Schwächen und Grenzen realistisch und respektvoll wahrzunehmen und den eigenen Wert nicht ausschließlich von Leistung, Anerkennung oder Fehlerfreiheit abhängig zu machen.
Soziale Kompetenzen und Grenzen setzen
Soziale Kompetenzen umfassen unter anderem, eigene Bedürfnisse und Wünsche auszudrücken, Nein zu sagen, Grenzen zu setzen, Konflikte konstruktiv auszutragen und gleichzeitig die Perspektiven anderer wahrzunehmen.
Solche Fähigkeiten können in der Therapie konkret vorbereitet und praktisch erprobt werden.
Bewältigungsfertigkeiten
Bewältigungsfertigkeiten sind Strategien, die dabei helfen, mit Belastungen, schwierigen Gefühlen oder herausfordernden Situationen konstruktiver umzugehen.
Welche Strategien hilfreich sind, ist individuell verschieden. In der Therapie werden deshalb passende Möglichkeiten gemeinsam entwickelt, ausprobiert und für den Alltag eingeübt.
Psychotherapeutische Wirkfaktoren
Wirkfaktoren
Psychotherapie wirkt nicht allein durch einzelne Techniken.
Zu wichtigen therapeutischen Wirkfaktoren gehören eine tragfähige therapeutische Beziehung, ein besseres Verständnis eigener Muster und Bedürfnisse, die Aktivierung vorhandener Ressourcen, die konkrete Bearbeitung relevanter Probleme sowie neue Erfahrungen und Möglichkeiten zur aktiven Bewältigung.
Gerade Gruppentherapie bietet darüber hinaus besondere Möglichkeiten: Andere Menschen können Rückmeldung geben, neue Perspektiven eröffnen, Mut machen und einen geschützten sozialen Raum bieten, in dem zwischenmenschliche Muster unmittelbar sichtbar und neue Verhaltensweisen ausprobiert werden können.













